Folgender Artikel ist im Zusammenhang mit dem Vogelliebhaberverein Bad Wörishofen erschienen: Bei Löwenzahn wird "Großer" schwach Ausstellung des Vogelliebhabervereins in der Hauptschule |
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Von unserer Mitarbeiterin Thurid Schmidt Bad Wörishofen Wenn Angela Würstle mit einem saftigen Stängel Löwenzahn ankommt, kann "Großer" nicht widerstehen. Selbst wenn die Blicke vieler Ausstellungsbesucher auf ihn gerichtet sind, pickt er seiner Besitzerin den Löwenzahn vorsichtig Bissen für Bissen aus dem Mund. |
Der stolze Königssittich "Großer" und Angela Würstle sind ein gut eingespieltes Team. Sie verbringen mehrere Stunden am Tag miteinander. "Ich beschäftige mich viel mit meinen Vögeln. Mit der Zeit baut man ein richtiges Vertrauensverhältnis auf", erzählt die Vogelliebhaberin. Zur Vogelausstellung in der Aula der Hauptschule Bad Wörishofen hatte sie am Wochenende einige ihrer 50 Vögel mitgebracht. Ein besonders schönes Paar sind "Großer" und sein Weibchen. Wer die Aula betrat konnte das bunt gefiederte Vogelpärchen gar nicht übersehen. "Großer" sitzt neben seinem Weibchen auf einem Ast im Käfig gleich neben dem Eingang. "Sie hat noch keinen Namen", sagt Angela Würstle. "Wenn ich einen Vogel einen Namen gebe, muss er auch wirklich zu ihm passen." Neben den Königssittichen gab es noch rund 160 weitere Sittiche, Papageien, Kanarienvögel und Exoten zu bestaunen, die fast alle von Mitgliedern des Vogelliebhabervereins Bad Wörishofen liebevoll gezüchtet wurden. "Es ist schon ein kleines Wunder, dass in gut zwölf Tagen aus einem Ei neues Leben entsteht", sagt Ferdinand Dozauer, Vorstand und Gründungsmitglied des Vogelliebhabervereins Vogelschutz und -pflege Bad Wörishofen und Umgebung. Ihm liegt der richtige Umgang und der Schutz der Tiere sehr am Herzen. "Vogelliebhaberei fordert und fördert Vogelkunde und aus beiden erwächst der Vogelschutz", erklärt er. Während es dem Laien meist genügt, sich an den farbenfrohen und quirligen Vögeln zu erfreuen, legt der Kenner Wert auf die korrekte ornithologische Einordnung. Um diesem Anspruch zu genügen, haben die Vogelfreunde an jedem Käfig ein Schild befestigt, auf dem die vogelkundlichen Daten der jeweiligen Käfi gbewohner festgehalten sind. Der Schwalbensittich beispielsweise gehört zur Ordnung der Papageien, zu keiner bestimmten Unterordnung, zur Familie der Papageien, zur Unterfamilie der echten Papageien und zur Gattung der Schwalbensittiche. In einer Skizze neben der Beschreibung ist die Heimat der Vögel eingezeichnet. Ob Senegaltäubchen, Schönsittiche oder Schwarzkopfweber - Ferdinand Dozauer kennt jeden von ihnen. Er nimmt sich Zeit, um Interessierten die Vogelwelt näher zu bringen und Missverständnisse aufzuklären. Ein singender Harzer Roller So ist zum Beispiel nicht jedem klar, dass normale Sittiche gar nicht singen können. Eine Ausnahme sei der Singsittich, der seine Qualifikation gleich im Namen trägt. Im Gegensatz zu den anderen Sittichen beherrsche er zumindest ein paar Tonarten. Weniger musikalisch sei der Ziegensittich, der wie seine Namensgeberin meckert, sobald er sich in Gefahr sieht. Wer den "Harzer Roller" bisher ausschließlich für einen pikanten Käse hielt, wurde bei der Vogelschau eines besseren belehrt. In einem kleinen Käfig sitzt ein unscheinbarer "Harzer Edelroller", der ungeahnte Talente hat. "Der ist ein echter Spitzensänger", beteuert Dozauer. Bei Gesangswettkämpfen wurde der kleine Sänger mit 89 von 90 möglichen Punkten bewertet. So wie der Harzer Roller sind die meisten der heimischen Vögel unscheinbar, weiß Ferdinand Dozauer. Im Gegensatz zu den Exoten haben sie kein buntes Gefieder. "Das liegt wohl am Klima", vermutet der Experte. Ausnahmen seien Dompfaff, Gimpel, Pirol und Stieglitz. Letzerer hat es dem Vogelliebhaber besonders angetan. "Wie der Herrgott die Vögel schuf, hat er an alle Farbe verteilt", erzählt er. "Die Farbe, die er zum Schluss noch übrig hatte, bekam der Stieglitz. Einen roten Tupfer am Kopf und verschiedenfarbige Flecken über das Gefieder verteilt. Das mag man glauben oder auch nicht, eine schöne Geschichte ist es allemal." Sein Wissen und die Freude am Umgang mit ögeln möchte Ferdinand Dozauer auch an junge Vogelfreunde weiter vermitteln. "Wir sind ein kleiner Verein mit großen Aufgaben" sagt Dozauer. "Neben Zucht und Pflege kümmern wir uns um verletzte Vögel und betreuen über 250 Nisthöhlen für Vögel und Fledermäuse in Bad Wörishofen und Umgebung." Um diese Aufgaben bewältigen zu können, freut sich der Verein über jedes neue Mitglied. Artikel vom: 10.09.2002 Letzte Änderung: 09.09.2002 Quelle: Mindelheimer Zeitung |
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| Die bunte Welt der Vögel Wenn eine Blaustirn-Amazone bei der Vogelschau in der Aula der Hauptschule für Ruhe sorgt |
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Von unserem Mitarbeiter Franz Issing Bad Wörishofen "Gogo" kann tanzen, betteln, schreien und noch viele andere Kunststückchen. Wenn im Hause ihrer "Pflegeeltern" um zehn Uhr abends das Licht noch brennt, gebietet sie mit krächzender Stimme "Ruhe". Gogo" ist eine farbenprächtige Blaustirn-Amazone und zehn Jahre alt. Bei der traditionellen Ausstellung des Vogelliebhaber-Vereins Bad Wörishofen und Umgebung spielte sie den "gefiederten Portier" und begrüßte die etwa 500 großen und kleinen Besucher mit lautem "Hallo". |
Für zwei Tage wurde die Aula der Hauptschule zum Vogelparadies. In vier großen Doppel-Volieren und mehr als 50 Käfigen zwitscherten und tummelten sich etwa 150 "gefiederte Freunde". Groß- und Wellensittiche, Papageien, Kanarienvögel, Zeisige sowie viele kleine Exoten. Viel bestaunt wurden die winzigen Kapuziner-Zeisige des Vorsitzenden Ferdinand Dozauer. Ihm gelang eine seltene Kreuzung. Der Verbindung von Gelbband-Zeisig (Vater) und Kanarienvogel (Mutter) entsprang ein Finkenmischling. Eine echte Rarität in der Vogelwelt. Zur Vogelausstellung in der Aula der Hauptschule Bad Wörishofen hatte sie am Wochenende einige ihrer 50 Vögel mitgebracht. Ein besonders schönes Paar sind "Großer" und sein Weibchen. Wer die Aula betrat konnte das bunt gefiederte Vogelpärchen gar nicht übersehen. "Großer" sitzt neben seinem Weibchen auf einem Ast im Käfig gleich neben dem Eingang. "Sie hat noch keinen Namen", sagt Angela Würstle. "Wenn ich einen Vogel einen Namen gebe, muss er auch wirklich zu ihm passen." Die Vogelschau war Anziehungspunkt für Liebhaber und Züchter aus nah und fern. Man informierte sich bei den Experten über artgerechte Haltung,und Zuchtmethoden. Hinweisschilder gaben Auskunft über die Herkunft der Exoten. Allgemein gelobt wurden die naturgemäße Ausstattung der Schaukäfige. "Ein richtiges Vogelparadies" schwärmte ein Besucher, der sich wie viele Kinder die Nase an einer der Volieren platt drückte. Fragen über Fragen prasselten auf die Veranstalter herein. Dabei ging es ebenso um die Taube auf dem Dach, wie um den Spatz in der Hand. Ein Thema das allgemein interessierte: Wie können Vögel unterschiedliche Laute erzeugen und damit Artgenossen und Menschen beeindrucken. Auch hier waren die Vogelliebhaber nicht um eine Antwort verlegen. "Ein eigener Stimmkopf ist des Rätsels Lösung". Der Schwalbensittich beispielsweise gehört zur Ordnung der Papageien, zu keiner bestimmten Unterordnung, zur Familie der Papageien, zur Unterfamilie der echten Papageien und zur Gattung der Schwalbensittiche. In einer Skizze neben der Beschreibung ist die Heimat der Vögel eingezeichnet. Ob Senegaltäubchen, Schönsittiche oder Schwarzkopfweber - Ferdinand Dozauer kennt jeden von ihnen. Er nimmt sich Zeit, um Interessierten die Vogelwelt näher zu bringen und Missverständnisse aufzuklären. Die ausgestellten Vögel wurden von den 18 Mitgliedern des Vereins mit viel Liebe, Fleiß und Sachkenntnis gezüchtet. Stolz führten sie ihre "kleinen Stars" denn auch der Öffentlichkeit vor. "Wir kümmern uns seit 35 Jahren um verletzte und hilflose Vögel, aber auch um den Erhalt der frei lebenden Vogelwelt in Wörishofen und Umgebung und betreuen etwa 200 Nisthöhlen, die von den verschiedensten Höhlenbrütern und Fledermäusen bewohnt werden", beschreibt der Vorsitzende kurz Aufgaben und Ziele seines Vereins. So ist zum Beispiel nicht jedem klar, dass normale Sittiche gar nicht singen können. Eine Ausnahme sei der Singsittich, der seine Qualifikation gleich im Namen trägt. Im Gegensatz zu den anderen Sittichen beherrsche er zumindest ein paar Tonarten. Weniger musikalisch sei der Ziegensittich, der wie seine Namensgeberin meckert, sobald er sich in Gefahr sieht. Mit großem Engagement bemühen sich die Mitglieder - sie verstehen sich zuerst als Artenschützer - um den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts in der Natur. "Wir wollen die Leute wachrütteln und das Interesse am Vogelschutz wecken", lautet ihre Maxime. Dazu haben sie zumindest einmal im Jahr Gelegenheit. Wenn die Stunde der Gartenvögel schlägt und der Landesbund für Vogelschutz zu ihrer Zählung aufruft. Registriert werden bei dieser Aktion nur heimische Arten. In diesem Jahr "gewann" der Haussperling vor Amsel, Star und Kohlmeise. Profitiert hat von dieser Auflistung vor allem die Natur. "Weil Bestandsveränderungen aufgedeckt und schnell erforderliche Schutzmaßnahmen eingeleitet werden können", erklärt Dozauer. Das Hobby der Vogelzucht fordert und fördert die Vogelkunde und daraus erwächst der Schutz für die "fliegenden Lebenskünstler". Angela Würstle und ihr Mann Walter aus Kammlach betätigten sich in der Vogelausstellung als "Dompteure". Mit einem exotischen Mohrenkopf-Papagei und einer grün schillernden Gouldamadine warben sie bei den Besuchern für ihr interessantes Hobby, sorgten aber auch dafür dass ihre gefiederten Lieblinge keine Federn lassen mussten. Ein buntes Rahmenprogramm mit Informationen zu Vogel-und Naturschutz sowie im Vogelpark Walsrode gedrehte Videofilme gaben Einblick in die bunte Welt der "Herrscher der Lüfte". Artikel vom Sept. 2005 Quelle: Mindelheimer Zeitung Anmerkung: Bei der grün schimmernden Amadine handelte es sich um eine Blaustirnamazone :-)) |
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| Artenvielfalt im Wald im stetigen Rückgang Vogelliebhaber überprüfen 212 Nisthöhlen am Kurpark Bad Wörishofen (ara) Seit 35 Jahren nimmt sich der Vogelliebhaberverein Bad Wörishofen dem Vogelschutz und der -pflege in der Kurstadt und Umgebung an. Auch heuer galt es so wieder 212 Nisthöhlen im Wald am Kurpark zu kontrollieren und zu säubern. Das Belegungsergebnis ist erneut zurückgegangen. Von den Meisenarten, das sind Kohl-, Blau-Tannen- und Haubenmeisen, waren im vergangenen Jahr 101 Nisthöhlen belegt. Der Kleiber, auch Spechtmeise genannt, benützte 39 Nistkästen für seine Jungenaufzucht, der Fliegenschnäpper drei weitere. Auch bei den so genannten Freibrütern wie Hänfling und Grünfink , die gerne in Gärten und Hecken ihre Jungen aufziehen, ist über die Jahre hinweg ein stetiger Rückgang feststellbar. Die Ursachen hierfür sieht der Landesverband für Vogelschutz vor allem im Mangel an geeigneten Lebensräumen. "Vögel sind Warnlampen der Natur. Wird ihr Lebensraum immer mehr zerstört, sind sie vom Aussterben bedroht," so Ferdinand Dozauer, der Vorsitzende des Vereins. Nicht alle Vogelarten seien auch in der Lage, sich veränderten Umweltbedingungen anzupassen. Fledermäuse ziehen sich zurück Auch bei den Fledermäusen ist laut Dozauer ein weiterer Rückgang feststellbar. Es wurden nur noch 24 genützte Kästen registriert. Im Jahre 2002 waren noch 33 von den nützlichen Nachtinsektenjägern in Benützung. An der Grundschule, wo jahrelang auch eine große Fledermaus-Kolonie genistet habe, seien gar keine Tiere mehr gesichtet worden. Um vor allem auch Kleinmeisenarten wieder verstärkt in den heimischen Wald zu locken, brachten Ferdinand Dozauer und sein Helfer Josef Huber auch 20 neue Nistkästen mit extrem kleinen Schlupflöchern an. Artikel vom: 17.06.2004 |






